Blümchen wachsen auch in schlechten Zeiten – Auf der Suche nach Unterstützung

 

Das Titelbild ist schon sehr alt und ich malte es auch in einer Krisensituation.  Selbst aus dem trockenen Sand kann manchmal noch ein Blümchen sprießen. Und das ist es worauf ich auch diesmal irgendwie und mit einem Gefühl zwischen Hoffnung und Vertrauen baue.

 

Mein nachfolgender Text hat zwei Gründe

  1. ich möchte zeigen, dass es immer weiter geht, auch dann wenn es sich manchmal nicht so anfühlt. Ich stand schon so oft vor einschneidenden Veränderungen (nicht nur beruflich, auch gesundheiticih oder privat) und ich bin immer noch da. Man muss sich nur auf die Frage “Wie es weitergeht” einlassen. Das “nur”ist dabei oftmals das grösste Problem und kostet oftmals auch viel Kraft
  2. Und natürlich  bin ich auch dankbar für jegliche Unterstützung, da wie gesagt, bei mir gegenwärtig noch keine Hilfen greifen.

Du darfst natürlich gerne auch ein Stücken nach unten scrollen und nur den Text lesen und meine Angebote überspringen

Ich freue mich über jede noch so kleine Unterstützung

  • Im Bereich Kunst biete ich
    • Verkauf von Gemälden und Fotografien
    • Verkauf von Exponaten aus der letzten Ausstellung im Museum Industriekultur 
    • Auftragsarbeiten für Gemälde und Zeichnungen (ein Bild, ein Portrait, ein Tier zu malen oder zeichnen)
    • Verkauf meines Bodypainting-Kalender aus meinem letzten Projekt “Stadtchamäleons”
    • Verkauf von Gutschein für ein Bodypainting oder Bellypainting 

 

  • Im Bereich Gesundheit, Massage usw
    • Verkauf von Gutschein für eine Massage, ein Personaltraining, Ernährungsberatung oder Schwimmtraining
      • Mögliche Bereiche werde ich zeitnah auch als persönliche Online-Beratungen und Angebote offerieren
      • Und es wird auch demnächst Neues geben

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Der Shop befindet sich nun im Auf- und Ausbau . Ihr dürft mich gerne jederzeit auch direkt Anschreiben, wenn Ihr Fragen habt.

 

 

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Und nun der Text

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Bei allen nicht so positiven Ereignissen in meinem Leben hatte und habe ich verschiedene Reaktionen oder Reaktionsmuster

Ich kann

  • den Kopf in den Sand stecken
  • Angst haben
  • traurig sein
  • verzweifelt und mutlos sein
  • verwirrt sein
  • den Sinn des Lebens hinterfragen
  • oder alles auf einmal

Ja ich gebe es, zu auch auf mich treffen, einmal mehr oder weniger, gerade jetzt all diese Gefühle zu. Mir macht das aktuelle Szenario auch Angst.

  • Angst zu erkranken, da ich Risikogruppen angehöre.
  • Und ja auch Angst jetzt zu sterben, da ich auch mit knapp über 50 immer noch gerne lebe und noch vieles erleben möchte.
  • Ich habe große Sorge, um meine Eltern, die 70 sind und ebenfalls vorerkrankt
  • Und obendrein sind mir als Selbständige hundert Prozent meiner Einnahmen weggebrochen. Dadurch kommen auch noch existenzielle Nöte hinzu.

 

Ich denke es gibt so viele Menschen mit ähnlichen Geschichten.

Aufgrund der Corona-Krise ist meine Existenz wieder einmal in Veränderung und ja es fühlt sich an wie ein Einstürzen. Das ist kein gutes Gefühl und auch das kennen gerade sehr viele. Man liest es, man sieht es und man hört es aktuell überall.

Es gab viele berufliche, gesundheitliche  und private Krisen in meinem Leben und aus allen Löchern bin ich wieder herausgekrabbelt. Diesmal weiß ich noch nicht wohin der Weg führen wird.

Aber einmal ganz ehrlich, weiß man es denn ansonsten? Man glaubt es zu wissen. Man ist sich so sicher, dass alles planbar ist in einer uns so vertrauten Welt. Man glaubt, dass man am nächsten Morgen nach dem Schlafen wieder aufsteht und geht vollkommen selbstverständlich davon aus. Aber auch ohne Corona kann es sein, dass Du Dich, egal mit welchem Alter, Abends in Dein Bettchen legst und am morgen einfach nicht mehr aufwachst. Diesmal macht es Angst weil es greifbar und sichtbar ist, und weil man die Bedrohung näher kommen fühlt.

Und ja, auch mir macht es Angst. Und es macht mich traurig und wütend, dass anscheinend wieder vor einem Scherbenhaufen meiner Existenz stehe. Und jünger werde ich dabei auch nicht. Was ihr spätestens dann sehen werdet, wenn ich auch nicht mehr zum Friseur zum Färben gehe. Entweder weil wir Ausgangssperre haben, oder aber noch wahrscheinlicher, weil ich es mir nicht mehr leisten kann. Grau macht alt und das mag ich nicht wirklich. Aber es gibt schlimmeres im Leben,

Mir sind innerhalb von wenigen Tagen 100% meiner Einnahmen weggebrochen. Ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Und es tut mir Leid für jeden Einzelnen von Euch.

Ich kann aber nur für mich sprechen. Und wenn ich irgendwo helfen oder unterstützen kann, solange es nicht um finanzielle Mittel geht, mache ich das gerne.

 Hilfen des Staates werden zwar groß angepriesen, bisher greifen dies noch nicht wirklich für mich. Man wird sehen, wie es damit in Zukunft aussieht.

Vielleicht erzähle ich Euch nach und nach noch mehr lustige, abenteuerliche und auch traurige Geschichten aus meinem Leben, denn da gibt es soooooo viele. Aber in diesem Text geht es nur darum zu zeigen wie oft ich schon von vorne begonnen habe. (Damit bin ich bestimmt nicht alleine, aber dies ist meine Geschichte)

Und nein, es soll kein kein Jammerpost sein.  Auch, wenn ich zugebe, dass jammern manchmal gut tut und bei mir neue Kräfte frei setzt. Und ich denke solange man es nicht dauernd und wegen jeder Kleinigkeit macht ist es auch ok.

 

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Meistens waren der Grund für einen Neuanfang äußere Umstände im Beruf oder auch die eigene Gesundheit. Und ich habe dann immer wieder versucht, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.

Mein erster Beruf war Elektroinstallateur. So richtiger Strippenzieher auf dem Bau. Damals war ich die erste Frau in Bayern und lief mit meinen Hotpants über die Baustelle. Die Arbeit war kein Zuckerschlecken, aber ich möchte es auch nicht missen. Es macht Spaß als Frau in einer reinen Männerwelt zu arbeiten. Auf den Mund darf man dabei allerdings nicht gefallen sein.  Bis ich aus gesundheitlichen Gründen gezwungen war umzuschulen. Dies leider nach einem Jahr und neun Monaten Gesellenzeit. Eigentlich hätte ich auch gerne noch meinen Meister gemacht. Aber damals benötigte man noch zwei Gesellenjahre bevor man zur Meisterausbildung zugelassen wurde, heute geht es allerdings auch ohne. Und so musste ich mich umorientieren.

 

Mein nächster Beruf war Reiseverkehrskauffrau. Ich startete noch eine Ausbildung, beendete auch diese mit Auszeichnung und arbeitet auch hier noch knapp zwei Jahre.  Das obwohl ich niemals ins Büro wollte. Dementsprechend schwer war auch die Umstellung vom Bau ins Büro mit Kundenkontakt und mit vielen typischen Mädels. Zu dieser Gattung gehörte ich eher weniger. Fettnäpfchen Weit – und Hochsprung war am Anfang eine meiner beliebtesten Disziplinen. Dann brach mit der zunehmenden Verbreitung des Internets die Reisebranche ein.

 

Mein Arbeitgeber Hertie ging insolvent und ich saß wieder auf der Straße. Damals war es sehr schwer wieder eine Tätigkeit in diesem Beruf zu bekommen. Gott sei Dank hatte ich zeitgleich an der Abendschule mit dem externen Abitur begonnen, denn ich wollte immer noch Kunst studieren.

Das externe Abitur bedeutete zwei Jahre lang arbeiten gehen und lernen und sonst nichts. Wir starteten mit zweiundvierzig Personen. Bis zur Prüfung hielten lediglich acht Personen durch und sechs bestanden. Das Externen Abitur hat nichts mit der Abendschule oder Ähnlichem zu tun. Denn man geht ohne Vorzensur in alle acht Abiturprüfungen.

Nachdem ich mein Abitur in der Tasche hatte beschloss ich, mich an Kunstakademien zu bewerben. An dreien wurde meine Mappe angenommen.  Und das als Autodidakt. Ich war so stolz.

Ich wurde zur Prüfung zugelassen. Leider waren diese an den verschiedenen Akademien und Schulen am selben Tag, so dass ich mich entscheiden musste zu welcher Schule und Prüfung ich gehen werde.

 

Ja vielleicht war ich in der Praxis gut, aber mir fehlt wohl das theoretische Wissen. Denn ich bekam eine Aufgabe, in der es hieß „Zeichnen Sie ein Scribble, zu der folgenden Geschichte“ Ich hatte keinen blassen Schimmer, was ein Scribble ist (Seitdem weiß ich es).  Deshalb fragte ich nach.  Die Dame hätte mir nur freundlich sagen können, dass ein Scribble so etwas ähnliches ist wie ein Storyboard ist und ich hätte gewusst, was ich tun muss. Aber die Antwort lautete „Wenn Sie hier studieren wollen, dann müssen Sie wissen, was das ist“.
Hmm??? Nein, ich wusste es immer noch nicht.
Also kreirte ich fröhlich vor mich hin. Das war natürlich falsch und ich fiel durch die Prüfung durch. An sich ist das kein Problem, man kann die Prüfungen im nächsten Jahr einfach wiederholen. Nur ich eben ich nicht. Denn ich hatte im nächsten Jahr die Altersgrenze dreißig überschritten. Somit war es das mit dem Kunststudium. (ich glaube das hat sich heut auch wieder etwas geändert)

Wenn ich schon keine Kunst studieren kann, was sollte ich nun machen? Da mir in der Ausbildung und Tätigkeit als Reiseverkehrskauffrau der wirtschaftliche Teil extrem leicht gefallen war, beschloss ich Betriebswirtschaft zu studieren und meldet mich an der Universität Bayreuth an. Wenn nicht Kunst, dann studiere ich eben das wo ich so richtig viel Geld verdienen kann…dachte ich 😊

Der erste Studientag war dann nur wenige Tage vor meinem dreißigsten Geburtstag. Und ich war somit eine der älteren Studierenden. Das hatte Vor- und auch Nachteile. Ich konnte die Freiheit des Studiums genießen, denn ich wusste, was es bedeutet zu Arbeiten.

Allerdings war dies nun mein dritter Anfang. Wieder keine Einnahmen oder nur sehr geringe. Wieder alles neu. Wieder räumliche Veränderungen, also in eine WG. Während andere in diesem Alter bereits finanziell gesichert sind, fing ich nun zum dritten Mal von vorne an. Ich schloss mein Vordiplom schneller ab als die meisten und war auch sehr gut. Leider gab es dann familiäre Erkrankungen, die mich stark einschränkten, mich zwangen langsamer zu werden und meinen Abschluss verzögerten.

Während meines Studiums musste ich immer auch noch nebenbei arbeiten, um mich zu finanzieren. Aber ich wusste was ich wollte. Also arbeitete ich nachts und an den Wochenenden oder auch in den Ferienzeiten und studierte tagsüber. Ich wollte einen guten Studienabschluss! Unbedingt! Denn ich wusste, wenn ich mit dem Studium fertig bin, werde ich zehn Jahre älter sein, als der übliche Absolvent und das wird es nicht einfacher machen.

Nach dem Vordiplom überlegte ich mir, auf welche Fächer ich mich spezialisieren sollte. Meine Wahl fiel schließlich folgendermaßen aus:

1) Marketing, um den Weg in die Werbung freizuhalten und eventuell noch irgendwie in die Kunst zu kommen.

2) Dienstleistungsmagement, um eventuell wieder in die Touristik gehen zu können

3) Wirtschaftsinformatik, da ich den technischen und logischen Anteil sehr mag und dies sich später eventuell noch irgendwie wieder mit dem Elektroinstallateur in Verbindung bringen lässt

 

Nach dem dritten Semester absolvierte ich ein Praktikum bei der SchmidtBank im Bereich Wirtschaftscontrolling. Diese Firma war so begeistert von mir, dass ich sofort einen Arbeitsvertrag für meine Zeit nach dem Studium erhielt. Da es mir dort gut gefiel kümmert ich mich auch nicht um eine weitere Tätigkeit, sondern studierte munter weiter. Und ja, ich ging in die Abschlussprüfung und Mitten in dieser Zeit kam die Meldung, dass die SchmidtBank Konkurs gegangen ist. Wenige Tage später kam auch schon das Schreiben, dass der Arbeitsvertrag aufgehoben ist.

Da stand ich nun mit meinem Prädikatsexamen und ohne Job. Ich dachte mir schade, aber das wird schon werden, dann bewirbst Du Dich halt wieder um einen neuen Job. Du hast ein Prädikatsexamen. Du hast schon so viel geleistet. Du hast bewiesen, dass Du Dich in jede neue Materie schnell einarbeiten kannst. Du hast so viel Zeit, Geld und Engagement in all Deine Aus- und Weiterbildung gesteckt, das wird schon

Pustekuchen. Mit 34 Jahren ist man als Studienabgänger zu alt. Wenn man meinen Lebenslauf sieht, sieht man beim Überfliegen nur, dass ich die Berufe oft gewechselt habe und auch die Firmen. Aber es interessiert keinen warum. Man sagt Dir hinter vorgehaltener Hand „Ich finde ja toll, was Du geleistet hast, ABER wir können jemanden in Deinen Alter einstellen und der hat schon zehn Jahre Berufserfahrung in diesen Bereich, oder wir nehmen jemanden der ebenfalls Studienabgänger ist dafür aber zehn Jahre jünger.“

Und so fiel ich nach dem Studium direkt in Harz IV. Ich habe hunderte Bewerbungen geschrieben. Mein Betreuer vom Jobcenter erhöhte mein Budget für Bewerbungen. Ich besuchte Bewerbungskurse. Ich schrieb klassische Bewerbungen, ausgefallene Bewerbungen, kurze Bewerbungen, lange Bewerbungen, ich telefonierte, ich ging direkt hin. Mit jeder Absage, insofern ich überhaupt Antworten erhielt sank die Zuversicht. Nett finde ich dann immer solche Hilfestellungen wie:

  • Hey Kopf hoch wird schon werden! –> Es zweifelt ja keiner dass es wird, die Frage ist nur wie?
  • Du musst das Gute sehen! –> Ich sehe das Gute, ich habe viel Freizeit. Und nun kommt das aber, die Freizeit zahlt meine Rechnungen nicht
  • Du musst Dich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen  –> Ja glaubst Du allen Ernstes die sehe ich nicht? Ich sehe das Gänseblümchen, dass seinen Kopf der Sonne entgegenstreckt und sogar noch die viel kleineren Blümchen. Ich sehe sie, ich mag sie und ich erfreue mich daran –> Entschuldige aber auch das bezahlt meine Miete nicht und auch nicht meine Wünsche und Träume

 

Ich hatte zwei Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch. Dummerweise fiel meine Zeit der Jobsuche in eine Zeit, als es gerade wieder etwas „rezessiver am Markt war“. Dafür habe ich ein Händchen – irgendetwas muss man ja so richtig gut können.

Nach einem Jahr wurde ich von einer Firma zu einem Vorstellungsgespräch und zum Probearbeiten eingeladen. Natürlich machte ich das. Es wundert mich nicht, dass ich eingeladen wurde, denn es war ein etwas komplizierter Familienbetrieb und dann auch noch am „Arsch der Welt“. Und wenn ich am Arsch der Welt schreibe, dann meine ich das auch so. Ich bin auf dem Land groß geworden und kenne leer Flächen, Felder und Wiesen. Aber soviel grün mit Nichts habe auch ich vorher noch nie gesehen. Jeder der eine Jobauswahl hat wird dort nicht freiwillig hin gehen.

Aber immerhin die Aussicht auf einen Job. Und siehe da nach der Woche bekam ich die Anstellung als Assistentin der Geschäftsführung. So zog ich mit Sack und Pack ins „Nichts“. Der Vorteil war, Wohnungen waren dort sehr günstig. Ich lernte aus verschiedenen Gründen sehr viel in diesem Betrieb, da ich alles machen musste und durfte. Aber auch menschlich war es mir eine große Lehre.

Leider drohte dem Betrieb nach noch nicht ganz zwei Jahren die Insolvenz (Und das lag nicht an mir) Ich arbeitete mich auf, denn ich wollte diesen Job nicht verlieren. Ich wusste wie schwer es war einen neuen Job zu bekommen. Ich hatte in nicht einmal zwei Jahren 1400 Überstunden angearbeitet, als die Firma von einen Tag auf den anderen wegen Insolvenz mit Masseunzulänglichkeit geschlossen wurde.

Masseunzulänglichkeit bedeutet: Du erhältst die Kündigung und bist mit diesem Augenblick ohne Kündigungsfrist Arbeitslosengeldempfänger. Alles an Geld, dass Du noch bekommen solltest, erhältst Du nicht mehr. Bei mir war das eine fünfstellige Summe. Da keine Masse mehr vorhanden ist, erhält man auch im Insolvenzverfahren nichts mehr. Ich hatte nicht nur kein Geld mehr, sondern mich mit sieben Tage pro Wochen aufgearbeitet und fiel in ein Burn Out.

Ich sah das Burnout nicht kommen, mein damaliger Freund schon. Man sagte es geht doch noch.  Und dann gehe ich nichts ahnend in den Baumarkt, um einen neuen Laminat für die neue Wohnung auszusuchen. Das Laminat wird vom Vermieter bezahlt. Ich habe im Beruf Entscheidungen vorbereitet bei denen es um sehr viel Geld ging und nun stehe ich im Baumarkt vor dem Laminat. Ich sehe das Laminat. Eine Variante, noch eine und noch eine. Es sind mehr als drei und ich soll mich jetzt entscheiden welche ich nehme?. Das ist unmöglich. Das Laminat stürzt auf mich ein. Ich bekomme Panik. Ich weiß nicht mehr was dann passierte. Ich weinte, ich weinte nur noch und war total überfordert.
Dazu erzähle ich Euch an andere Stelle mehr.

Mein Arbeitslosengeld und die Dauer des Arbeitslosengeldes fielen mau aus, da die zwei Jahre volle Arbeitszeit noch nicht erreicht waren.

 

Mühsam krabbelte ich wieder aus dem Loch, mit dem Gefühl wieder ist alles weg. Wieder von Vorne anfangen zu müssen. Wieder und wieder und wieder. Und natürlich war es nun wieder nicht leicht einen neuen Job zu bekommen, denn mittlerweile nähere ich mich auch mehr der 40 als der 30. Ich habe natürlich auch aus dem Burnout und der Tätigkeit in dieser Firma einiges für mich gelernt. Trotzdem hätte ich gerne darauf verzichten können

Über meine Tätigkeit als Model lernte ich einen Herrn kennen, der mir einen Job in seiner Firma anbot. Ich wollte dort nicht wirklich hin, da es ein komischer Typ war. Cholerisch, und mit schweren menschlichen Eigenschaften. Und dann war es auch noch im Ausland. Ich bewarb mich. Ich kann sagen, ich bewarb mich wie blöd, um während der Zeit des Arbeitslosengeldes I noch eine andere Tätigkeit zu bekommen. Aber ich bekam keine Chance. Und so sagte ich dem Herren zu, kurz bevor ich in Harz IV fiel. Denn da wollte ich nie wieder hin. Ich weiß was Harz IV bedeutet. Und ich weiß noch mehr, denn ich habe auch mal einige Tage auf der Straße gelebt (Und nein,es gibt nicht immer adäquate Hilfen und Unterkünfte). Und es gibt Dinge, die möchte ich nie wieder erleben. Und diese beiden Dinge gehören dazu.

Ich löste meine Wohnung auf, verließ meine Freunde und hoffte, dass es vielleicht doch gut wird. Man muss ja an das Gute glauben. Der Anfang lief ganz gut, bis der Chef die Maske fallen ließ.
Man musste Gehirn und Gefühle am Firmeneingang abgeben. Ansonst hätte man es mental nicht überlebt. Es gab Tage, da hätte ich am liebsten nur noch geheult und ich bin recht robust. Ansonsten hätte ich keine fast fünf Jahre auf dem Bau überlebt. Als ich die Firma verließ (Das war eine sehr fiese Art und Weise, und auch fast wie in einem Roman) ging ich zurück nach Deutschland.

Der einzige Vorteil war, ich hatte gut verdient und bereits angefangen mich nebenbei auszubilden als Personaltrainer. An jedem Wochenende besuchte ich Schulungen und Ausbildungen und steckte wieder sehr viel Geld in diese Weiterentwicklung (ebenfalls im fünfstelligen Bereich).

Ich wusste, dass ich den Job dort nicht für den Rest meines Lebens weiter machen wollte, obwohl ich auch hier sehr viel lernte beruflich und auch menschlich.

 

Sport war immer, ebenso wie die Kunst, ein Bestandteil meines Lebens.  Ich steckte nun neben der Arbeit alles in diese neue Richtung. Eine Richtung, die ich zum ersten Mal richtig aus dem Herzen gewählt hatte.

Ich meldete mich deshalb auch zur Ausbildung in Vollzeit zur Heilpraktikerin an, um den Sportbereich noch durch den Gesundheitsbereich zu ergänzen. Danach wollte ich in die Selbständigkeit gehen. Ich hatte dafür gezielt Geld gespart und auf fast alles verzichtet.  Also unterschrieb ich den Vertrag für die Heilpraktikerschule, suchte mir eine Wohnung, unterschrieb den Mietvertrag und kaufte ein. Dies passierte alles innerhalb von wenigen Tagen. Mir ging es cirka 4 Tage gut.

Denn dann klaute man mir mein ganzes Vermögen.  in einem größeren fünfstelligen Bereich (ebenfalls wie in einem schlechten Film und ohne Versicherung und nein, ich habe nicht spekuliert, es wurde tatsächlich geklaut und ich habe nichts erstattet bekommen)

Ich hatte nun nicht nur kein Geld mehr, sondern stattdessen Schulden. Schulden für den Vertrag mit der Schule, Schulden für die Miete usw. Aber ich bin hart im Nehmen. Ich gehe in die Schule und nebenbei arbeite ich Tags und Nacht und an den Wochenenden. (Auch dazu kann ich lustige und traurige Geschichten erzählen)

Aber wieder nur Arbeit, um zu überleben. Ich schaffte es wieder, ich habe die Heilpraktikerprüfung schnell und gut und auf das erste Mal bestanden. Ich machte zudem noch den Heilpraktiker für Psychotherapie mit und auch den Sportheilpraktiker und den Massagetherapeut.

 

Nun ist der Weg frei in die Selbständigkeit. Dachte ich. Ich erstelle einen Businessplan und gehe zu den Banken (auch zur KfW), um einen Kredit zu beantragen für die Existenzgründung.  Alle lehnen mich ab. Da ich zu alt bin und keine Sicherheiten habe. (Was ja auch aufgrund des Diebstahls des Fall war) Hätte ich Sicherheiten bräuchte ich ja auch keinen Kredit! Was für eine Logik!

Nur eine Bank gewährt mir dann einen Kredit. Nämlich jene bei der mein Geld damals „verloren“ ging. Es ist auch nur ein kleiner Kredit, aber egal, es genügt mir. Und so gehe ich entgegen aller Vernunft und entgegen all meines betriebswirtschaftlichen Wissens in die Vollselbstständigkeit als Heilpraktikerin und Personaltrainerin. Ich bin um die 45 Jahre alt und kann nicht noch einmal 20 Jahre warten, bis ich etwas gespart habe.

Das erste Jahr ist sehr hart. Man rennt Dir ja nicht von heute auf morgen die Bude ein, nur weil es Dich nun am Markt gibt.  Der Vorteil bestand darin, dass ich einige Sportler durch meine eigene sportliche Tätigkeit kannte, die mich dann nach und nach aufsuchten und um Rat fragten. Und so erweiterte sich mein Kundenkreis Stück für Stück.

Die Kunst kam dann eher durch Zufall wieder hinzu. Denn ich musste aufgrund des Geldmangels alles selber machen. Die Buchhaltung (als Leitung Finanzen/Controlling sollte ich das ja können). Das Marketing, die Werbung, die Akquise und auch das Programmieren der WebSite.

Webseitenprogrammierung hatte ich im Studium einmal gelernt. Das war nun schon eine Weile her und in diesem Bereich ändert sich viel und schnell. Aber auch das bekomme ich noch hin wäre doch gelacht. (Ich hatte dabei ganz liebe Unterstützung)  Ich überlegte mir zuerst als Übungsprojekt eine Seite für die Kunst zu erstellen. Daran kann ich mich ausprobieren und testen und das ist nicht so schlimm, wenn es nicht so ideal wird. Und so entstand meine Kunstseite „Kunst-vom-anderen-Stern“

Und durch verschiedene lustige Umstände kam die Kunst wieder in meine Leben. Ich bekam Aufträge obwohl ich das nicht aktiv forcierte. Damit hatte ich nie im Leben gerechnet.

 

Bis vor Corona lief es immer besser. Kunden und Aufgaben wechselten, aber ich hatte auch Stammkunden.
Ich machte regelmäßig Betriebsfitness in großen Firmen, Firmenmassagen, Personaltraining, gab Aquakurse und arbeite als Sportheilpraktikerin. Die Firmen haben nun alle geschlossen oder diese „Tätigkeiten“ ausgesetzt und keiner weiß für wie lange.
In der Kunst gab es Bodypaintingaufträge für Firmen, bei Messen, aber auch meine eigenen Projekte wiesen Erfolge auf.

Und mit jedem Jahr stiegen die Einnahmen, so dass ich 2018 in die Gewinnzone kam und dass, trotz einiger Neuinvestitionen im fotografischen Bereich. 2019 wurde es noch besser und 2020 wäre ich, wenn es so weiter gegangen wäre wohl soweit gewesen, dass ich 2021 Umsatzsteuerpflichtig für den nichtheilpraktischen Bereich geworden wäre. Und Mitte 2021 wäre dann auch mein Gründungskredit zurückgezahlt gewesen.

 

Leider habe ich aber nie so viel verdient, dass ich große Rücklagen bilden konnte. Natürlich habe ich als Diplomkauffrau auch Rücklagen für Ausfälle eingeplant. Diese ermittelt man aber an der Ausfallquote, die die bisherigen Erfahrungen liefern. Und sorry mit einer Ausfallquote von 100 Prozent innerhalb von wenigen Tagen rechnet niemand. Und so kann ich nun nur sehr kurzfristig meine Kosten decken.
Ich habe sooft immer und immer wieder von Vorne und mit Nichts begonnen. Und ich würde es wahrscheinlich auch diesmal wieder irgendwie hinbekommen.

 

Aber ich weiß nicht wie lange ich das noch durchhalte. Auch ich werde nicht jünger. Manches fällt nun schwerer und es tauchen auch Fragen auf. Wie „Wie oft noch?“ „Kann ich das noch einmal?“ „Wie soll ich das alleine durchhalten?“ Manchmal bin ich traurig und weine. Manchmal bin ich wütend und werfe mein Stofftier an die Wand, manchmal bin ich verzweifelt und sehe nur noch diesen Scherbenhaufen vor mir. Ein anderes Mal denke ich mir, Du hast es so oft geschafft also wird es auch diesmal wieder werden.

Ich habe für mich typische Trauerphasen.

  • Schockstarre
  • Verzweiflung mit viel Jammern
  • Wut auf die Situation
  • Trotzphase – so nicht mein liebes Leben – so nicht – Du kriegst mich nicht unter! Ärmel hochkrempeln und neue Lösungen suchen

Natürlich wird es irgendwie weiter gehen. Denn es geht nur dann nicht weiter, wenn man tot ist. Und das hoffe ich mal nicht. Aber es fühlt sich gerade so schwer an, so unendlich schwer. Ja und ich sehe trotzdem noch die Blümchen, den Sonnenschein und die schönen Seiten. Aber leider hilft das nur wenig die Miete zu bezahlen.

Vielleicht schieße ich mich jetzt mit dieser Offenheit ins eigene Knie. Ich weiß es nicht.

 

Vielen Dank an Alle, die bis hierher gelesen haben.

  • Danke auch an jene die plötzlich und unerwartet da sind
  • Danke an die zufälligen aber liebe Begegnungen
  • Danke für liebe Worte

Teilen sehr gerne erlaubt

 

Und ein dickes Danke an meine Eltern, die ich über alles Liebe – Die ich jetzt nicht besuchen kann, da sie über 70 sind und zusätzlich Risikopatienten – und die mich immer unterstützen wo sie nur konnten, egal wie alt ich auch war oder bin. Und ich hoffe ich sehe Euch gesund wieder

 

P.S. Erspare mir Antworten oder Kommentare, wie selber schuld, oder man hätte doch dies oder das.

1) Nützt das im nachhinein nichts mehr

2) Habe ich jede Entscheidung in meinem Leben, mit dem Wissen gefällt, dass ich zu dem Zeitpunkt der Entscheidung hatte. Und somit war es zu diesem Zeitpunkt auch die richtige Entscheidung

3) gibt es Dinge die ich gerne gemacht hätte, aber nicht konnte.

– Natürlich hätte ich gerne mehr zurückgelegt. Aber wenn es gerade so langt ist es schwer.

– Ich hätte mich auch gerne besser versichert, aber bei manchen Versicherungen hat man mich aufgrund meines Alters und meiner Vorgeschichte schlicht weg abgelehnt. Und nein,ich konnte mir nicht noch weitere 500,00 Euro im Monat für eine Versicherung leisten usw.

4) Freue Dich doch einfach darüber, dass es Dir besser geht